Pflegekonzept von “Ihr Pflegedienst Sonnenschein“

Pflegekonzept von “Ihr Pflegedienst Sonnenschein“

Einführung

Das Pflegeteam des Pflegedienstes besteht aus qualifiziertem Pflege-Fachpersonal (KP, AP) und Pflegehelfern.

Es hat sich gesucht und gefunden, um ein lange gedachtes und angestrebtes Pflegekonzept nach dem Leitbild der ganzheitlichen Pflege mit ihrer Hilfe zu verwirklichen.

Sie, das sind
die einzelnen Pflegekunden
die Angehörigen, Nachbarn und Freunde
die Ärzte
die Physiotherapeuten
die Kostenträger
wir alle.

Die ganzheitliche Pflege berücksichtigt Körper, Seele und Geist.
Der zu Pflegende und der Mensch allgemein wird als eine Einheit verstanden in der die oben genannten Teilbereiche aufeinander wirken und sich beeinflussen. Eine Krankheit ist eben nicht nur beispielsweise ein Bluthochdruck oder eine gestörte Leber. Der Mensch ist keine Maschine, wie ein Auto wo ein platter Reifen gewechselt wird oder eine undichte Leitung genauso repariert werden kann wie eine durchgebrannte Sicherung ausgetauscht wird.
Ein platter Reifen, sprich ein gebrochenes Bein beim Menschen ist nicht einfach ein Defekt der behoben wird oder repariert, gar ausgetauscht. Der Mensch ist ein komplexes lebendiges Wesen und so wirkt sich ein körperlicher Defekt auf die Psyche genauso aus wie auf den rationalen Umgang damit aus. Genauso wirkt sich ein psychisches Problem auf den Körper aus (Stichwort: psycho-somatik). Sich mental einer Krankheitssituation bewußt werden bewirkt auch einen anderen Umgang mit der Krankheit und erhöht einen (möglichen) Heilungsprozeß bzw. einen komplikationsfreieren Umgang mit einem Handicap. Alle drei Bereiche stehen in ständiger individueller Wechselbeziehung zueinander und machen so auch die Einmaligkeit eines jeden Menschen aus.

Wenn man dies in der Pflege berücksichtigt und sich vergegenwärtigt, daß Geburt, Leben und Tod untrennbar ein Ganzes sind, dann kann man mit einer ganzheitlichen Pflege unter Einbeziehung des sozialen Umfeldes helfen den eigenen Platz im Leben zu finden, halten und bewahren, trotz Krankheit, Alter oder Handicap.

Gliederung

I.Pflege nach dem ganzheitlichen Prinzip

II.Strukturelle, organisatorische u. personelle Vorbedingungen

1.strukturelle Voraussetzungen

2.organisatorische Voraussetzungen

3.personelle Voraussetzungen

III.Ganzheitliche Pflege und das Pflegemodell von Krohwinkel

IV.Qualitätssicherung

Einarbeitungskonzept

Arbeitsrichtlinien

Standards

Fort- und Weiterbildung

Interne Mitarbeitergespräche, einzeln oder in der Gruppe, mit problemzentrierter Vorgehensweise und Zielorientierung

Arbeitszufriedenheit und Pflegezufriedenheit a.g. klaren Diensten und Absicherung des Dienstes durch Bereitschaftsdienst und Springer

V. Schlußbemerkung

I. Pflege nach dem ganzheitlichen Prinzip setzt voraus
ein Menschenbild, nachdem alle Menschen von Geburt an bis über den Tod hinaus mit einer Würde ausgestattet sind, die unverletzlich und achtenswert ist.
Ein enges und vertrauensvolles Verhältnis von Pflegenden und zu Pflegenden, jedoch ohne jemals die Grenzen des persönlichen, privaten oder traditionellen Eigenbereiches zu verletzen.
Ein Team von Pflegenden, die so unterschiedlich in ihren Qualifikationen und Persönlichkeiten sein können, aber stets als Team und im Einzelnen bestrebt sind für die zu Pflegenden ihr Bestes zu geben, sich weiterzubilden und im gegenseitigen Austausch für ein Optimum an Pflegequalität und Sicherung des persönlichen Eigenbereiches Sorge tragen.
Pflege also nicht als jobmäßige Ableistung nach Leistungskatalog zu verstehen, sondern im Rahmen der Leistungsvereinbarung das gesamte persönliche Umfeld des zu Pflegenden zu beachten und dessen Erhalt zu fördern bzw. durch die eigene Arbeit zu sichern.

II.Zur Erreichung dieses Ziels und Fortschreibung dessen bedarf es struktureller,
organisatorischer und personeller Vorbedingungen. Jeder Punkt unterliegt dabei im
Zuge der Qualitätssicherung einer ständigen Überprüfung, vergleichbar dem
kybernetischen Regelkreis in der Pflegeplanung.

1.strukturelle Voraussetzungen
eine interne Infrastruktur, welche den Anforderungen mindestens genügt und stets ausbaubar ist. Dazu gehören
Verträge mit den Kostenträgern und Zusätze, wie Hausnotrufsystemabsicherung, Menüservice u.ä.
Büroräume
EDV-unterstützte Verwaltung
Sozialräume für die Mitarbeiter
Bereitstellung von Fahrzeugen in ausreichendem Maße und von Kommunikationsmitteln, wie Handy, Scall/Pieper u.ä.
Trennung von personalrelevanten und pflegerelevanten Daten

2.organisatorische Voraussetzungen
Personalstamm in heterogener Zusammensetzung was Geschlecht, Alter und Qualifikation anbelangt
klare hierarchische Struktur zur Abklärung der Verantwortungs- und Weisungsbereiche, wobei allen Mitarbeitern klar sein muß, daß jeder in seiner Arbeit wichtig und wertvoll ist.
geplanter Dienst und Urlaub
eingeplante Fort- bzw. Weiterbildung der Mitarbeiter
Einarbeitungskonzept für neue Mitarbeiter, die durch erfahrene Kräfte eingeführt werden
regelmäßige Mitarbeiterbesprechungen als Pflichtveranstaltungen
Mitarbeiterführung, d.h. die Pflegedienstleitung (PDL) muß einerseits zu festen Zeiten für die Mitarbeiter als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Die PDL muß stets über die Arbeitsqualität, Arbeitsbelastung und Arbeitseinstellung der Mitarbeiter auf dem Laufenden sein. Die PDL leitet durch vorbildliches Verhalten zur Anregung auf Gleichziehen; sie ist kollegial, nicht jovial und hat Zeit für die Belange der Mitarbeiter; fordert und fördert sie, auch mit dem Mittel der Zielgespräche, bei denen für einen klar definierten Zeitraum Zielvorgaben abgesprochen werden und dann später kritisch reflektiert werden.
lückenlose Dokumentation, welche einen geringstmöglichen Arbeits- und Zeitaufwand bedarf

3. personelle Voraussetzungen
ein ausbaufähiges heterogenes Team bestehend aus
Alten- und Krankenpflegern
Hauswirtschaftern
Pflegehelfern
und möglichen für die Pflege relevanter anderer Berufsangehöriger.

Gleichzeitig muß das Team heterogen strukturiert sein i.B. auf Alter und Geschlecht, als auch im Bereich der Persönlichkeiten.
Innerhalb des Teams müssen die Verantwortlichkeiten bzgl. der Qualifikationen klar definiert sein. Dies bedeutet aber auch, daß jedes Teammitglied gemäß seinen Qualifikationen jede Arbeit macht.

Ziel ist, daß jeder Mitarbeiter mit jedem zu Pflegenden zurecht kommt und optimale Arbeit leistet.
Der zu Pflegende kann sich gegen einen Mitarbeiter entscheiden, aber kein Mitarbeiter kann von sich aus einfach einen zu Pflegenden ablehnen.
Die Pflegedienstleitung (PDL) ist bei der Dienstplanung und Einteilung bestrebt die Wünsche der zu Pflegenden als die der Pflegenden zu berücksichtigen.
Dies ist möglich weil Planung per se nach objektiven Gesichtspunkten zu erfolgen hat, die PDL die zu Pflegenden und die Pflegenden persönlich kennt, auf ihre Besonderheiten eingehen kann und stets bestrebt ist Qualitätssicherung und Arbeitszufriedenheit deckungsgleich zu bekommen. Ein in seiner Arbeitssituation zufriedener Mitarbeiter ist ein besserer Mitarbeiter und kontinuierlicher Langzeit-mitarbeiter. Dies heißt auch, daß ein Mitarbeiter bei erkennbarer Überbelastung von der PDL aus dem Dienst genommen wird.
Langzeitmitarbeiter bieten dem zu Pflegenden Sicherheit, Kontinuität, Verlässlichkeit, Berechenbarkeit und ein höheres Maß an Pflegezufriedenheit. Ziel muß es sein, subjektiv empfundene Pflegezufriedenheit mit objektiver Pflegequalität in Einklang zu bringen. Demzufolge muß in Zusammenhang mit der organisatorischen Ebene dafür gesorgt werden, daß die Mitarbeiter stets auf dem aktuellen Stand in der Pflege sind.
Fort- und Weiterbildung, Mitarbeiterführung und Förderung sind nicht nur ein Anspruch der Mitarbeiter an die Leitung sondern auch Ein Anspruch auf Annahme der Firmenleitung an die Mitarbeiter.

III.Auf dieser Basis kann dann eine individuelle ganzheitliche Pflege gewährleistet werden.
Orientiert wird sich dabei als Basis am Pflegemodell von Krohwinkel und ihren
AEDLs.
Frau Krohwinkel hat mit ihrem Pflegemodell sich an Grundbedürfnissen und
Fähigkeiten des Menschen orientiert, teilt diese in einzelne Abschnitte auf und
ist ähnlich und gleichzeitig eine Erweiterung des Konzepts von Liliane Juchli
mit ihren 12 Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL).
Im Gegensatz zu Liliane Juchli ist das Konzept von Krohwinkel komprimierter und
ziemlich gut vergleichbar mit den verichtungsbezogenen und psychosozialen ATL
nach denen die Pflegeversicherung ihre Einstufung vornimmt.
Als AEDLs nach Krohwinkel sind zu beachten
kommunizieren
sich bewegen
die Körpertemperatur regeln
Sich sauber halten und kleiden ÄNDERN !!!!!
essen und trinken
ausscheiden
atmen
schlafen
sich beschäftigen
sich als Mann/Frau fühlen und verhalten
für Sicherheit der Umgebung sorgen
sterben

Ganzheitliche Pflege geht davon aus, daß diese Grundbedürfnisse des zu
Pflegenden gewahrt und gefördert werden sollen.
Die Pflege nach dem ganzheitlichen Prinzip setzt dabei voraus, daß Pflege als
Prozeß verstanden wird, welcher gemeinsam mit dem und nicht am zu Pflegenden
erreicht werden soll. Der Pflegende muß sich dabei ständig gewahr werden, daß er in
einer Beziehung zu dem zu Pflegenden steht und mit ihm für ihn etwas erreicht
werden soll.

Der Pflegende erreicht für sich eine Arbeitszufriedenheit,
aber auch nur, wenn er sich neben der Beziehungsproblematik auch der
Problemlösungs- und Ergebnisproblematik bewußt ist.

Unterstützt wird der Pflegende bei seiner Arbeit durch die Dokumentation mit
Pflegeanamnese, Pflegediagnose und Pflegeplanung.
Die Pflegeanamnese ist keine statische Analyse, sie wird nach dem Erstgespräch
fortgeschrieben durch die Punkte, welche im Laufe der Pflege dokumentiert und bei
den Mitarbeiterbesprechungen noch einmal fixiert werden. Sie bildet die Grundlage
für das Verständnis des zu Pflegenden in seiner besonderen Situation, ihn situativ
dort abzuholen wo er ist und einen gemeinsamen Weg zu finden.
Die Pflegeanamnese sieht den zu Pflegenden als den wichtigsten Informationsträger.
Neben der persönlichen Anamnese mit Fragen nach der individuellen
Persönlichkeits- und Krankheitsgeschichte, gibt es die Familienanamnese bezogen
auf Eltern, Geschwister usw. im Zusammenhang mit Gesundheit und Krankheit,
sowie die soziale Anamnese, welche Bezug nimmt auf Beruf und Sozialstatus.
Ein weiterer Bestandteil ist die Biographie, die gerade unter dem Gesichtspunkt der
wachsenden Zahl demetiell Erkrankter an Bedeutung gewinnen wird.
Wie bei der gesamten Dokumentation sollen Checklisten und Erfassungsblätter zur
Strukturierung und Vereinheitlichung dienen, gleichzeitig müssen alle am
Pflegeprozeß beteiligten sich immer der Gefahr bewußt sein, daß dadurch auch
Informationen verloren gehen, denn oft lassen sich Punkte nicht so klar in festgelegte
Schubkästen schieben. Die Beobachtung und Dokumentation dieser im Berichteteil
als Pflegediagnose ist genauso wichtig. Sie muß problembezogen, sachlich, klar
verständlich und gegebenfalls lösungsorientiert niedergeschrieben werden.
Die Pflegeplanung resultiert aus den gesammelten Daten, definiert Pflegeprobleme,
-ziele, -maßnahmen und Ressourcen. Bei den Zielen werden kleine überschaubare
Abschnitte genommen, die eine Überprüfung der Pflege in einem angemessenen
Zeitraum ermöglicht und dann gemäß dem kybernetischen Regelkreis eine mögliche
Neuausrichtung erforderlich macht.
Die praktische Umsetzung dieses Pflegeprozesses, immer unter der Richtlinie der
oben genannten Zusammenarbeit von zu Pflegendem und Pflegendem nach dem
ganzheitlichen Prinzip
ermöglicht eine laufende Einschätzung der Situation des zu Pflegenden
gewährleistet Kontinuität in der Pflege
ist ein wesentlicher Bestandteil der Qualitätsüberprüfung.

IV.Zur Sicherung und Überprüfung der Qualität von Pflege bestehen mehrere
Instrumente, welche z.T. oben schon aufgeführt sind.
Erwähnt worden sind die oben beschriebenen Voraussetzungen im Bereich der
Struktur, Organisation und dem Personal. Die Pflegezufriedenheit des zu Pflegenden
ist ein sehr wichtiger Punkt und wird über ein klar definiertes Beschwerde-
management erfaßt und geregelt und über die Pflegevisiten erneut kontrolliert.
Dieser Punkt wird aber bei der Begutachtung durch Kostenträger
leider nicht gewertet. Bezüglich der ganzheitlichen Pflege ist es aber ein
herausragender Punkt, denn wir und/oder die Begutachter können beispielsweise
vielleicht ein anderes Verständnis von bestimmten Grundbedürfnissen haben, aber
der zu Pflegende hat sein eigenes Verständnis und so lange dies nicht zu einer
Eigen- oder Fremdgefährdung führt oder etwaigen gesetzlichen bzw.
außenstehenden vertraglichen Verpflichtungen zuwider läuft und der zu Pflegende
sich in dieser Situation am wohlsten fühlt, muß das geachtet werden.
Ein wichtiger Aspekt der Überprüfbarkeit von Pflege zum Thema Qualitätssicherung
ist die oben beschriebene Dokumentation. Anhand der Dokumentation ist eine
Überprüfung bzgl. Kontinuität, fachlicher Qualifikation und Einhaltung der
Pflegephilosophie möglich.
Gleichzeitig sind die Existenz von
Einarbeitungskonzept
Arbeitsrichtlinien
Standards und
Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter
ein äußerst wichtiges Moment.

Das Einarbeitungskonzept soll einem neuen Mitarbeiter helfen, in Verbindung mit der
Begleitung und Führung durch einen erfahrenen Mitarbeiter, sich schnell in dem
Unternehmen als effektiven und voll einsetzbaren Mitarbeiter sich zu etablieren.
Einarbeitung ist ein wichtiger Faktor zur Qualitätssicherung und Arbeitszufriedenheit,
aber es bedeutet auch Unruhe, nicht zuletzt bei den zu Pflegenden.
Die zügige Umsetzung des Einarbeitungskonzeptes bei neuen Mitarbeitern, mit einer
Checkliste hat mehrere Vorzüge:
Pflegekunden werden nicht zu lange mit der Einarbeitung des neuen Mitarbeiters belastet
Das Team, speziell der Mentor, wird von dieser Mehrbelastung wieder früh entbunden und kann seinen normalen Dienst ausüben
Der neue Mitarbeiter kommt schnell auf den Stand seiner Kollegen und wird früh in das Team integriert
Die Verstärkung durch einen voll einsetzbaren Mitarbeiter schafft Möglichkeiten bei der Dienstplangestaltung zur Verbesserung der Pflegequalität, der Kundenzufriedenheit und der Mitarbeiterentlastung.
Es werden Freiräume geschaffen, um neue Kunden aufzunehmen und adäquat, gemäß dem Leitbild und Konzept zu Versorgen.

Die Arbeitsrichtlinien (auch allg. Kundenstandards) sind eine Einrichtung des Pflegedienstes.
Der MDK hat sie begutachtet, konnte sie zwar nicht einordnen, aber von Seiten der Pflegefachkräfte des MDK kam die bestätigende Aussage, daß selbst sie als Betriebsstätten fremde Personen, anhand dieser Vorgaben sofort eine standardisierte und qualitativ anspruchsvolle Pflege für den einzelnen Kunden vornehmen könnten.
Die Arbeitsrichtlinien selbst enthalten in ihrem Kopf neben dem Namen und der Anschrift kundenspezifische Angaben. Dies können sein der Wunsch nach morgendlichem Lieferdienst für best. Brötchen und/oder Zeitung, nach Ausschluß von männlichen bzw. weiblichen Pflegekräften, wenn möglich, oder einem bestimmten Klingelzeichen.
Es sind aber auch kurze Anmerkungen auf Vorgeschichte, spezielle Probleme oder das soziale Umfeld darin enthalten.
Gemäß der tägl. Besuche folgen dann die jeweiligen Vorgehensweisen für eine effektive Arbeit verbunden mit einem Höchstmaß an Kundenzufriedenheit. Dies bedeutet zum Beispiel, daß darin aufgelistet ist, wie der Mitarbeiter sich schon an der Tür zu erkennen gibt, welchen Weg er zur Begrüßung nimmt (erst in die Küche und die Kaffeemaschine anschalten, oder erst die Vorhänge im Schlafzimmer öffnen und den Kunden begrüßen) und wie die Pflege, ob Grund und/oder Behandlung, in welchen mit dem Kunden abgesprochenen Schritten abzulaufen hat.
Hervorgehoben werden dabei natürlich besondere Tätigkeiten für besondere Anlässe (Bsp.: Duschen, Hausputz u.ä.) in speziellen Unterpunkten mit Angabe der abgemachten Termine.
Diese Arbeitsrichtlinien unterliegen selbstverständlich, wie der gesamte Pflegeprozeß mit der Pflegeplanung einer ständigen Überprüfung gemäß dem kybernetischen Regelkreis. Pflegeplanung und Arbeitsrichtlinie ergänzen sich.
Die aktuelle Arbeitsrichtlinie muß jeder Mitarbeiter in seinem Besitz haben.
Zur Sicherung einer stets gleichwertigen und fachlich fundierten Pflege bedarf es zusätzlich Standards. Dies sind gültige und annehmbare Definitionen der Pflegequalität. Sie weisen ein der Patientenpopulation angepaßtes Niveau der Leistungsqualität auf und werden von den Pflegenden akzeptiert. Sie sind beobachtbar, erreichbar und meßbar.
Beim Pflegedienst werden bis zu zwei Standards vorgehalten:
allgemeine Standards für die Grund- und Behandlungspflege
Der Pflegedienst hat sich für die Standards nach dem LfK entschieden
(Grund- und Behandlungspflegestandards des LfK ; Weiterbildungsgesellschaft für Pflegeberufe; Brigitte Kunz Verlag)
kundenspezifische Standards, die aus den allgemeinen Standards abgeleitet sind und auf die speziellen Bedürfnisse und Wünsche des Kunden überarbeitet sind. Dies geschieht dann wenn die allg. Standards nicht oder nur schwer (mit Abstrichen bei der Kundenzufriedenheit) umsetzbar sind.
Jeder Mitarbeiter hat Zugriffsmöglichkeit auf die allgemeinen Standards, die im Pflegebüro ausliegen. Kundenspezifische Standards werden ihm ausgehändigt.
Pflege ist kein statischer, sondern ein sich entwickelnder und fortschreibender Prozeß. Dies bedeutet, daß Veränderungen und neue Erkenntnisse in die tägliche Arbeit und das Fachwissen der Mitarbeiter einfließen müssen.
Für alle Mitarbeiter wird jährlich ein Fort- und Weiterbildungskonzept erstellt, wobei einige Veranstaltungen für die Mitarbeiter Pflicht sind.
Die Überprüfung der Pflegequalität obliegt der PDL. Sie wird dieser Aufgabe gerecht
durch eigene Einsätze in der Pflege, gezielten außerordentlichen Kundenbesuchen,
Begleitung von Mitarbeitern bei ihren Einsätzen, Überprüfung der Pflegemappen
tournusmäßig zu den Teambesprechungen (14 tägig) und bei internen Einzel-
und Gruppengesprächen mit problemzentrierter Vorgehensweise.
Unter Punkt II.2 ist schon das Mitarbeitergespräch angesprochen worden. Es soll hier
noch einmal hervorgehoben werde, daß damit kein Rapport gemeint ist, sondern
diese Gespräche der Mitarbeiterführung und –förderung dienen. Das Ergebnis
solcher Gespräche soll für den Mitarbeiter Anreiz sein, ihm Hilfen und Anleitungen
geben und mögliche Konflikte beheben. Der Grundgedanke dabei ist wieder ein
Team von qualitativen, arbeitszufriedenen und ausgelasteten Mitarbeitern zu halten,
welches aufgrund seiner Einstellung die Firma gut repräsentiert.
Jeder Mitarbeiter in der Pflege muß sich somit stets mit seiner Tätigkeit auseinander-
setzen und dabei hilft ihm sich an fünf sich ergänzenden Kriterien zu orientieren:
1.unterstützen oder stellvertretendes Übernehmen der LA
2.begleiten in Krisensituationen
3.Mithilfe bei diagnostischen, therapeutischen und präventieven Maßnahmen
4.Beteiligung an Programmen der Krankheitsverhütung und der Gesundheitserhaltung und –förderung sowie an (Wieder-)Eingliederungs-maßnahmen
5.Mitwirkung bei der Verbesserung und Wirksamkeit der Pflege und an der Entwicklung des Berufes

Das Ziel ist immer eine professionelle Pflege, sprich eine bewußte Pflege, die sich auf Wissen und Erkenntnisse stützt und die von den Pflegenden kreativ gestaltet werden kann. Die Struktur ist individuell abhängig von dem zu Pflegenden, denn es gilt für diesen ein Höchstmaß an Lebensqualität zu erreichen.

Kants kategorischer Imperativ mag für jeden dabei ein ständiger Leitsatz sein:
„Handle stets so, daß die Maxime Deines Handelns
ein allgemeines Gesetz sein könnte !“

V.Schlußbemerkungen

Pflege ist kein Job, es ist eine Aufgabe.
Gleichzeitig ist es aber ein Beruf aus dem Bereich der Dienstleistung.
Wie jede Leistung, so hat auch diese ihren Preis.
Der Pflegende lebt von seiner Arbeit.
Gute Pflege ist nicht unbedingt teurer als schlechte Pflege.
Die Qualität erkennt man nicht am Schein, sie beweist sich in der täglichen Arbeit.
Die mit den Kassen abrechenbaren Leistungen sind vom Preis her gleich für alle.
Das Bestreben der Kassen Kosten zu sparen darf nicht über die Pflegedienste zu Lasten der zu Pflegenden gehen.
Ziel muß es sein den zu Pflegenden die bestmögliche Pflege und Zuwendung zukommen zu lassen und dabei darauf zu achten, daß dieser anspruchsvolle Beruf nicht demontiert und in seiner Vergütung abgewertet wird.
Nur die Aufwertung der Leistung bei guter Pflege sichert die Pflege.

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