ambulante (häusliche) Pflege

ambulante (häusliche) Pflege,
so wie sie heute besteht, unterteilt sich grob in 2 Bereiche, die einzeln, aber auch gemeinsam für Sie zutreffen können.
Vor 1995 gab es die Krankenversicherung und das Sozialamt.
Die ambulante Pflege erfolgte durch die Gemeindeschwester.
Seit Einführung der Pflegeversicherung steht die Pflege auf mehreren Säulen.
Es gilt der Grundsatz:        ambulant vor stationär
stationär heißt Pflegeheim – hier teilen sich die Kosten auf in:
Pflegekosten  für die körperliche Versorgung, bezahlt durch die Pflegekasse
und Hotelkosten  für Wohnen und Ernährung, bezahlt von privat oder Sozialamt
Von den zur Zeit über 2 Millionen anerkannt pflegebedürftigen Menschen, also mit mindestens Pflegestufe I, lebt der überwiegende Teil im häuslich/privaten Bereich, das kann auch ein so genanntes betreutes Wohnen oder Seniorenresidenz sein. Bei diesen Menschen erfolgt die Versorgung, Hilfe, Unterstützung zum Großteil im eigenen sozialen Umfeld, sprich Familie, Nachbarn und Bekannte. Das Pflegegeld darf nur für den Ausgleich von erbrachten Leistungen genutzt werden. Es gilt nicht als Einkommen zur freien Verfügung.
Bei diesen Menschen kann/muß ein Pflegedienst tätig werden.

ist notwendig wenn ein pflegebedürftiger Mensch ohne die Hilfe eines Pflegedienstes versorgt wird.

Er dient dazu sowohl den zu Pflegenden als auch die Pflegende/n zu beraten, Untestützungen und Hilfsmittel anzuregen und zu begleiten.

Gleichzeitig ist es auch eine Kontrolle im Auftrage der Pflegeversicherung, ob die Versorgung gesichert ist und/oder die Voraussetzungen für den Bestand der Pflegestufe bestehen.

Der Pflegebedürftige erhält schließlich monatlich eine Geldleistung (Pflegegeld) entsprechend seiner Pflegestufe von der Pflegekasse überwiesen.

Bei vorliegender Pflegestufe I und II ist ein Einsatz nach §37.3 SGB XI alle 6 Monate vorzunehmen.

Bei Pflegestufe III hat alle 3 Monate ein Einsatz zu erfolgen

Für diesen Einsatz besteht ein Protokoll, welches von dem zu Pflegenden und dem Pflegedienst zu unterschreiben ist. Ein Durchschlag verbleibt bei dem zu Pflegenden, ein Durchschlag verbleibt beim Pflegedienst und das Original erhält der Kostenträger.

Pflegesachleistung (§36 SGB XI)

ist die Tätigkeit eines Pflegedienstes im Bereich der Grundpflege und der Hauswirtschaft gemäß §14 SGB XI.

Diese Tätigkeiten sind in Leistungskomplexen beschrieben, ähnlich einer Checkliste für die Inspektion in der Autowerkstatt.

Die Leistungskomplexe sind aufgelistet in einem Leistungskatalog.

Aus diesem heraus kauft der Pflegebedürftige ein.

Die Summe der Leistungen ergibt einen Gesamtbetrag pro Monat.

Die Pflegekasse zahlt gemäß der Pflegestufe bis zu einem gedeckelten Pflegsatz an den Pflegedienst bei Rechnungsstellung nach Monatsende. Alles was darüberhinaus eingekauft worden ist muß von privat oder, bei vorliegender Bewilligung, einem weiteren Kostenträger (Sozialamt) vergütet werden.

Die Leistungen werden bei jedem Einsatz auf einem Leistungsnachweis vermerkt und müssen um abgerechnet werden zu können von dem zu Pflegenden und dem Pflegedienst unterschrieben werden um die Richtigkeit der Angaben zu bestätigen. Anhand dieser Leistungsnachweise erfolgt die Abrechnung.

Kombinationspflege

ist die Mischung aus Geldleistung und Sachleistung.

Hierbei rechnet der Pflegedienst mit dem Kostenträger (Pflegekasse) ab und der Pflegebedürftige erhält dann den prozentual anteiligen Betrag an Pflegegeld überwiesen.

Verbraucht der Pflegedienst beispielsweise 40% aus dem Topf Sachleistung so stehen dem Pflegebedürftigen noch 60% aus dem Topf Geldleistung zu.

Pflegesätze

monatlich

Pflegegeld
Pflegesachleistung
seit 07/2008 ab 01/2010 ab 2012 seit 07/2008 ab 01/2010 ab 2012
Stufe I 215,00 € 225,00 € 235,00 € 420,00 € 440,00 € 450,00 €
Stufe II 420,00 € 430,00 € 440,00 € 980,00 € 1040,00 € 1100,00 €
Stufe III 675,00 € 685,00 € 700,00 € 1470,00 € 1510,00 € 1550,00 €

Darüber hinaus kann ein Pflegedienst Pflegesachleistungen mit dem Kostenträger abrechnen, wenn die pflegebedürftige Person die Vorraussetzung für den Härtefall (§36.3 SGB XI) erfüllt und diese auch genehmigt sind, denn in diese sogenannte Stufe IV können nur 3% der Bedürftigen im Einzugsbereich des Kostenträgers, Nachrücker gibt es nicht, es muß immer wieder neu beantragt werden.
§45b SGB XI
betrifft die Hilfe für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz und ist unabhängig von einer Pflegestufe, d.h. also auch wenn keine Pflegestufe vorliegt. Hier handelt es sich um Betreuungsleistung nach dem Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetz vom 01.01.2002.
Im Gegensatz zur Sachleistung gibt es hier keinen Leistungskatalog.
Es wird ein Jahresbudget von maximal 2400,00 € angeboten, das nicht als Geldleistung abgerufen werden kann. Mit den durchschnittlich maximal 200,00 € pro Monat kann Tagespflege, stundenweise Betreuung oder ähnliches abgerechnet werden. Hierfür ist aber vorab eine Anerkennung der Bedürftigkeit festzustellen und der Bedürftige muß der KV eine Abtretungserklärung unterschreiben, damit die Einrichtung, welche die Betreuung übernimmt auch mit der KV abrechnen kann.

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